Gut reicht völlig – die Strategie zu mehr Gelassenheit!

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Frühmorgens weckt mich der Wecker – Training ist angesagt! Will ich meinen Körper für den Marathon nächsten Frühling fit machen, muss ich mich ranhalten. Meine Kollegin hat auch schon einen absolviert – und was die kann, das kann ich schon lange! Wäre ja gelacht!
Da kommt mir in den Sinn – verflixt, die Präsentation der Budgetzahlen passt mir noch nicht – da muss ich nochmals ran. Ich will ja schliesslich brillieren bei meinem Auftritt! Das mach ich dann nach dem Joggen. Und ja, heute Abend haben wir Gäste bei uns zuhause. Letztes Mal sind wir bei ihnen so richtig verwöhnt worden. Ja klar, meine Freundin arbeitet erstens weniger und zweitens ist sie sowieso eine super kreative Köchin…da kann ich wohl schlecht nur mit einem Braten aus dem Ofen und einem schnellen Risotto aufwarten.
Dann noch die Wohnung auf Saubermann bringen, sonst heisst es wieder, bei uns sieht es aus wie im Saustall (obwohl ich das noch nie gehört habe…aber na ja, könnte ja sein). Und so geht es munter weiter….
 
Kennst du solche oder ähnliche Gedanken? Wenn nein, gratuliere ich dir ganz herzlich. Du brauchst nicht weiter zu lesen, sondern kannst dich wunderbar zurücklehnen (was du wahrscheinlich sowieso des Öfteren tust). Wenn ja, dann lohnt es sich für dich, nicht weg zu klicken.
 
Eine der grössten Zivilisationskrankheiten unserer Leistungsgesellschaft ist der Wahn und das Streben nach absoluter Perfektion. Doch sei mal ehrlich, kennst du jemanden, der aus deiner Sicht perfekt ist? Eben. Jeder Mensch hat eigene, ganz individuelle Fähigkeiten und Stärken. Wenn du dich nur mit den Stärken der unterschiedlichsten Personen vergleichst, ist das in erster Linie völlig unrealistisch und zweitens nur frustrierend. Du siehst dann nur, was du alles nicht so perfekt kannst. Und leider geht somit dein Fokus in die völlig falsche Richtung. Gegen einen gesunden Wettbewerb ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch sobald wir nur noch unsere eigenen Schwächen aufdecken und uns darin suhlen, wird es sogar gesundheitsschädigend (Depression, Schlaflosigkeit etc.).
 
Wo lauern denn unsere Perfektionsfallen?
 
Überall, wo wir Vergleiche machen!
 
Als Mutter gilt es, die beste Geburtstagsparty für das eigene Kind herzurichten, die beeindruckendsten Geschenke zu machen, die gesündesten und natürlich aus selber gepflanzten Nahrungsmitteln entstandenen Rezepte zu kochen …
 
Als Chefin muss man ständig erreichbar sein, immer für alles eine überzeugende Antwort parat haben, immer motivierend und gut gelaunt auf die Mitarbeiter zugehen…
 
Als Mitarbeiterin muss ich alle anderen unterstützen und hilfsbereit sein, ich muss die beste Performance abliefern, damit mein Chef meinen Wert erkennt, muss die Arbeit vor meine Freizeit stellen, sonst erhalte ich womöglich die Kündigung…
 
Doch wo führt das hin? Wir setzen uns einem Dauerstress aus und befinden uns im ständig drehenden Hamsterrad.
 
Umso tragischer ist es, da uns dieser Perfektionismus nicht besser macht, sondern uns lähmt und einschränkt.
 
Wenn wir nicht die beste Arbeit abgeben können, dann lieber gar keine und lassen es bleiben! Wenn ich keinen selbst gemachten Kuchen anbieten kann, dann mache ich lieber gar keine Party (was würden die bloss über einen gekauften Kuchen denken!). Wenn ich nicht sicher bin, ob ich den Tennis-Match wirklich gewinnen kann, dann sage ich es lieber ab…
 
Mit unrealistischen und problematischen Glaubenssätzen schaden wir nicht nur unserer Gesundheit, sondern verpassen auch die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben.
 
Streiche daher Antreibersätze wie:
 
  • Ich muss immer die Beste sein, damit ich gut genug bin!
  • Ich darf keinen Fehler machen!
  • Ich muss alles unter einen Hut bringen!
  • Wo ein Wille auch ein Weg!
  • Geht nicht, gibts nicht!
  • Raus aus der Komfortzone!
Wandle solche Sätze in Erlaubnisse um wie
 
  • Ich mache es so gut ich kann.
  • Ich probiere es mal und schaue, ob es mir gefällt.
  • Es ist OK, wenn nicht alles blitzblank zuhause ist und ich dennoch Gäste empfange.
  • Ich akzeptiere meine körperlichen Grenzen.
  • Ich muss nicht alles können.
 
Du wirst sehen, dass solche Erlaubnisse unglaublich viel Druck von dir nimmt. Denn wie oben bereits geklärt, gibt es ja niemanden auf dieser ganzen Welt, der wirklich perfekt ist! Also steh dazu, dass du nicht alles kannst, steh dazu, dass du nicht alles weisst und steh dazu, dass du nicht alles willst! Tja, und dann bist du ganz nahe bei dich selbst. Du kannst dann so sein, wie du wirklich bist, kannst dich dem widmen, was dir wirklich wichtig ist und kannst dich mit den Menschen umgeben, die dir guttun. Dein Verhalten wird stimmig – du bist authentisch.
 
Authentisch sein wiederum ist gleichbedeutend mit im Einklang mit seinen eigenen Werten sein. Verstösst du gegen deine Wertvorstellungen, ist das meistens anstrengend durchzuhalten und darum auch kräfteraubend. Im Einklang sein bedeutet daher auch, dass es dir leichter fällt, einfacher ist. Es macht dich daher auch gelassener.
 
Die Strategie zu mehr Gelassenheit ist deshalb simpel:
  1. Hör auf zu vergleichen!
  2. Akzeptiere deine eigenen Grenzen!
  3. Konzentriere dich auf das, was dir Freude bereitet – und mach mehr davon!
  4. Probiere es – noch heute!
 
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Weg zu mehr Gelassenheit!
 
 
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