Augen auf – wie du dein Publikum garantiert fesselst!

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Gezielter Augenkontakt schafft Gehör!

 

Die Rednerin tritt auf die Bühne. Die Präsentation beginnt. Ich sitze mitten im Publikum. Wir sind etwa 20 Personen. Ich kenne die anderen nicht. Mich interessiert einfach das Thema. Sie wartet, bis wirklich alle ruhig sind und schaut mich freundlich an. Erst dann fängt sie an zu reden. Immer wieder blickt sie mich an – genau mich.

Ich bin nicht mehr in einem unpersönlichen Raum mit Menschen, die ich nicht kenne. Ich bin im Zweigespräch mit ihr. Sie zieht mich in Ihren Bann. Ich spüre jede Emotion von ihr und merke, dass ich selber emotional reagiere. Denn sie meint wirklich mich. Sie redet direkt mit mir. Und so vergehen die nächsten 30 Minuten im Eiltempo.

Ich hätte noch lange zuhören können.  Was ist passiert?

Durch den aktiven Einsatz des Blickkontaktes, hat diese Rednerin es geschafft, eine tatsächliche Brücke zu mir als Zuhörerin zu bauen.

Sie hat so ihre eigenen Emotionen transportiert. Der Inhalt ihres Vortrages hat dadurch einen ganz anderen, viel persönlicheren Wert erhalten. Sie hat mich abgeholt und dabei meine volle Aufmerksamkeit erhalten.

Und genau darum geht es, wenn du vor Publikum stehst. Du musst dir die uneingeschränkte Aufmerksamkeit holen. Wenn du möchtest, dass deine Worte verstanden und gehört werden, dann solltest du Emotionen bei den Zuhörern erzeugen. Fordere sie auf, dir zuzuhören. Das kannst du natürlich nicht einfach so aussprechen.

Die Kunst liegt darin, es nonverbal einzufordern. 

Nonverbal kommuniziere ich laufend mit meiner Gestik, meiner Mimik, meiner Körperhaltung, meinem Erscheinungsbild, aber eben auch mit meinem Blickkontakt. 

Und anhand dieser nonverbalen Kommunikation entscheidet auch dein Publikum, ob es dir diese Aufmerksamkeit schenkt, oder eben nicht.  

Der Blickkontakt ist dabei DAS entscheidende nonverbale Mittel. 

Nicht umsonst werden die Augen auch „das Fenster zur Seele“ genannt. In den Augen deines Gegenübers erkennst du innert Sekunden, wie er/sie sich fühlt – aber eben auch umgekehrt. 

Emotionen wie Freude, Angst oder Überraschung spiegeln sich automatisch in den Augen.

Die Pupille ist die von der Iris eingefasste Öffnung, durch die Licht in das Innere des Auges fällt. Die Irismuskulatur kann sich dabei zusammenziehen oder erweitern. So ändert sich jeweils die Grösse der Pupille. Und genau diese Pupille verrät einiges mehr, als du vielleicht denkst.

Positive Gefühle wie auch grosse Aufmerksamkeit führen zu einer Pupillenerweiterung. Bist du aber gestresst oder genervt, verengen sich die Pupillen eher wieder. 

Was bedeutet dies nun für dich, wenn du eine Rede hast?

Um Emotionen bei deinen Zuhören zu wecken, musst du in erster Linie auch selber welche haben!

Das Publikum merkt innert Sekunden anhand deiner Augen, ob du dich wohlfühlen oder ob du gestresst bist.

Ausserdem nimmt es sehr wohl wahr, ob und wie du mit dem Thema emotional verbunden bist.

Und somit ist der wichtigste Rat meinerseits ganz simpel:

Spreche nur dann vor Publikum auf, wenn du selbst Freude an dem hast, was du sagst.

Und ja, das ist nicht immer einfach – gerade bei eher trockenen Themen wie Zahlenpräsentationen. Doch auch hier gibt es immer Emotionen, die du übermitteln willst. Vielleicht gibt es einen ausgezeichneten Rechnungsabschluss. Dann bist du doch stolz, diese Zahlen zu präsentieren.

Oder du möchtest Hoffnung vermitteln, dass es bald bergauf geht. Und genau dieses Gefühl solltest du verinnerlichen, damit du es auch transportieren kannst. Und dann, wenn du das Gefühl selber spürst, dann kannst du es mittels Blickkontakt weitergeben.

Vermittle deine Emotion und deine Botschaft bei kleinerem Publikum, indem du wirklich jeden Einzelnen ganz gezielt anschaust.

Doch wie lange soll so ein Blickkontakt sein? 

Eine gute Länge ist dabei, dass du eine Person während einem ganzen Satz lang ansiehst. So fühlt er oder sie sich auch wirklich persönlich angesprochen. Ist der Blickkontakt zu kurz, wenn du also nur vorbeistreifst, dann hört man dir nur halb so gut zu.

Ist der Augenkontakt hingegen zu lange, wird es als unangenehm und irritierend empfunden.

Bei grösserem Publikum wird der persönliche Blickkontakt natürlich schwieriger. Hier solltest du aber ebenfalls vermeiden, über die Köpfe hinweg nach hinten zu sehen. Der Blick in die Leere wirkt sehr unpersönlich.

Anstelle dessen picke dir lieber in jeder Region (also vorne links, vorne rechts, vorne in der Mitte und danach dasselbe in den hinteren Reihen) jemanden aus, den du wirklich anschaust. Das wird sehr wohl registriert.

Willst du dir Gehör verschaffen, dann rede mit dem Publikum!

Wen des Auge nicht überzeugen kann, überredet auch der Mund nicht.

Franz Grillparzer

 

Die wichtigsten Punkte nochmals im Überblick:

  • Überlege dir bei jeder Rede, jeder Präsentation, wie du selbst zum Inhalt stehst.

  • Versuche möglichst ein positives Gefühl dafür zu entwickeln. Verinnerliche dir dieses Gefühl und überlege dir die Kernbotschaft deiner Rede. 

  • Übermittle und wecke diese Emotionen beim Publikum durch gezielten persönlichen Blickkontakt.

  • Rede mit den Augen zum Publikum und fordere so Aufmerksamkeit ein.

 

Steht dir eine wichtige Rede oder Präsentation bevor und möchtest du deine Wirkung überprüfen? Ich berate dich gerne und zeige dir weitere Möglichkeiten für den Einsatz nonverbaler Kommunikation.

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